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Fassade eines Altbaus mit klassischen Stilelementen und großen Fenstern Foto von mohcen cherifi auf Pexels

Altbau renovieren: Worauf Sie bei Wänden und Fassade achten

27. Oktober 2026

Ein Altbau hat Eigenschaften, die ein Neubau nicht mitbringt, und zwar in beide Richtungen. Hohe Räume und Stuck auf der einen Seite, alte Beschichtungen und feuchte Sockel auf der anderen. Für die Planung einer Wandsanierung heißt das: Die Oberfläche zeigt nur einen Teil dessen, was auf Sie zukommt. Aus Sicht eines Malerbetriebs kommt es vor allem darauf an, den Untergrund richtig einzuschätzen.

Was verraten die Wände im Altbau über sich, und wie finden wir das heraus?

Alte Anstriche erkennen

In Gebäuden aus der Zeit vor den 1970er Jahren liegt oft noch Leimfarbe unter späteren Schichten. Sie kreidet, wenn Sie mit der Hand darüberfahren, und löst sich bei Nässe. Testen können Sie das mit einem Schwamm an einer unauffälligen Stell: Wenn die Fläche aufweicht und schmierig wird, muss die alte Schicht herunter, bevor etwas Neues darauf kann. Würde man moderne Dispersionsfarbe einfach darüberstreichen, zieht sie beim Trocknen nämlich an und reißt die Altschicht samt Putz mit sich von der Wand. Auch dicke Ölfarbsockel in Fluren und Treppenhäusern sind ein Thema für sich, weil neue Beschichtungen auf solchen glatten, dichten Flächen ohne Vorbehandlung kaum haften.

Putz, Risse und Feuchtigkeit beurteilen

Durch Abklopfen identifizieren wir Hohlstellen im Putz. Klingt die Wand dumpf, hat sich der Putz vom Mauerwerk gelöst, und die Fläche muss abgenommen und neu aufgebaut werden. Bei Rissen kommt es darauf an: Feine Haarrisse im Putz sind harmlos und mit Armierung in den Griff zu bekommen, während durchgehende, sich verzweigende Risse auf Bewegung im Bauwerk hindeuten und vorher geklärt werden sollten. Weiße, flaumige Ausblühungen am Sockel sind Salze, die mit aufsteigender Feuchte aus dem Mauerwerk kommen. Ein neuer Anstrich darüber hält in diesem Fall keine Saison.

Die Reihenfolge der Arbeiten im Bestand

Viele Fehler bei der Altbausanierung entstehen durch eine falsche Abfolge der Arbeiten im Rahmen einer Sanierung. Eine frisch gestrichene Wand ist zum Beispiel schnell wieder beschädigt, wenn danach noch andere Gewerke im Raum arbeiten.

Als Regel: Ursachen vor Oberflächen

Feuchtigkeit, lose Putzflächen und undichte Anschlüsse müssen also behoben werden, bevor an Farbe oder Tapete gedacht wird. Das klingt selbstverständlich, wird aber häufig umgedreht, weil die neue Wandfarbe das sichtbare Ergebnis ist und der abgedichtete Sockel nicht. Eine Fläche, die nach vier Wochen wieder Flecken zeigt, kostet am Ende zweimal. Dasselbe gilt für Mauerwerk, das nach Trockenlegung oder Rohbauarbeiten noch Restfeuchte enthält und Zeit zum Austrocknen braucht.

Wann die Malerarbeiten an der Reihe sind

Im Bauablauf stehen Maler- und Tapezierarbeiten weit hinten. Elektro- und Sanitärschlitze müssen geschlossen, Fenster eingebaut und staubende Arbeiten abgeschlossen sein. Bei Bodenbelägen gibt es zwei Varianten: Wird der Boden zuerst verlegt, decken wir ihn aufwendig ab, kommt er danach, bleibt die Wand an den Sockelbereichen sauber. Für die Planung heißt das, Termine mit den anderen Gewerken früh abzustimmen, damit zwischen Rohbau und Einzug keine Lücke entsteht.

Farben und Putze, die zum Altbau passen

Alte Mauerwerke arbeiten mit Feuchtigkeit anders als heutige Wandaufbauten. Das Beschichtungssystem sollte dazu passen.

Diffusionsoffene Systeme im Bestand

Kalk- und Silikatfarben lassen Wasserdampf durch und sind deshalb auf historischem Kalkputz gut aufgehoben. Sie trocknen zügig ab, statt Feuchte im Putz einzuschließen, und ihr hoher pH-Wert macht die Oberfläche für Schimmel wenig attraktiv. Dichte Kunstharzbeschichtungen auf solchen Wänden wirken dagegen wie eine Sperre: Die Feuchte sammelt sich dahinter und drückt den Anstrich irgendwann ab. In Räumen mit Außenwänden aus Vollziegel ist dieser Unterschied besonders deutlich.

Alte Wände glatt bekommen

Wände im Altbau sind selten eben. Für eine matte, einfarbige Fläche in einem Raum mit großen Fenstern braucht es eine sehr sorgfältige Spachtelung, weil Streiflicht jede Welle zeigt. Günstiger kommen Sie oft mit einem Renoviervlies oder einer Armierung weg, die Risse überbrückt und gleichzeitig eine einheitliche Oberfläche schafft. Bei Stuckdecken und Profilen wird jede Schicht zusätzlich kritisch, da zu viel Farbe die feinen Konturen zusetzt. Alte Profile werden deshalb vorher abgelaugt oder vorsichtig freigelegt.

Schimmel und Feuchteschäden im Griff

Dunkle Flecken an Außenwänden und hinter Möbeln sind im Bestand ein häufiges Thema, besonders nach dem Austausch alter Fenster.

Zuerst die Ursache klären

Neue, dichte Fenster verringern den unkontrollierten Luftwechsel. Die Feuchte aus dem Wohnalltag bleibt im Raum und schlägt sich an der kältesten Fläche nieder, also an schlecht gedämmten Außenwandecken. Solange diese Ursache bestehen bleibt, kommt der Befall nach jedem Anstrich zurück. Das Umweltbundesamt stuft oberflächlichen Befall bis etwa einem halben Quadratmeter als Fall für die Eigenreinigung ein, bei größeren Flächen gehört die Sanierung in fachliche Hände.

Was nach der Trocknung sinnvoll ist

Ist die Ursache behoben und die Wand trocken, folgt der Aufbau mit einem System, das Feuchte nicht wieder einsperrt. Kalkputz und Kalkfarbe bewähren sich hier, in Sockelbereichen mit Salzbelastung auch ein Sanierputz, der die Salze aufnimmt, ohne dass die Oberfläche abplatzt. Was dagegen nichts bringt: befallene Stellen mit einer dicken, dichten Farbe überdecken. Die Flecken schlagen durch, und der Untergrund bleibt feucht.

Fassade und Holzbauteile am Bestandsgebäude

Außen gelten andere Spielregeln als innen, auch rechtlich.

Außenputz, Anstrich und die Zehn-Prozent-Grenze

Nach § 48 des Gebäudeenergiegesetzes gelten bei der Erneuerung von Außenbauteilen die Höchstwerte aus Anlage 7 des GEG, für Außenwände von Wohngebäuden also ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K). Ausgenommen sind Maßnahmen, die nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen. Wird der Außenputz großflächig erneuert, steht damit auch die Dämmung zur Diskussion. Ein reiner Fassadenanstrich fällt nicht unter diese Anforderung. Für Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gibt es gesonderte Regelungen, die vorab mit der zuständigen Behörde geklärt werden sollten.

Holzfenster, Türen und Gesimse

An alten Holzfenstern entscheidet der Zustand der Beschichtung darüber, wie lange das Bauteil hält. Abgeplatzte Stellen an Wetterschenkeln und Ecken nehmen Wasser auf, und das Holz beginnt dort zu arbeiten. Ein rechtzeitiger Zwischenanstrich ist deutlich günstiger als eine spätere Reparatur oder der Austausch. Bei Kastenfenstern und profilierten Haustüren hängt das Ergebnis vor allem an der Vorarbeit, also am Anschleifen und Grundieren der schadhaften Stellen.

Was eine Altbausanierung kostet und wie Sie planen

Feste Quadratmeterpreise führen im Bestand regelmäßig in die Irre, weil der sichtbare Teil der Arbeit nur selten den Ausschlag gibt.

Was den Preis bei Malerarbeiten bestimmt

Den größten Posten macht die Vorbereitung aus, nicht der Anstrich selbst. Eine glatte, tragfähige Wand ist schnell gestrichen. Eine Fläche, von der zuerst Leimfarbe abgewaschen, dann gespachtelt und grundiert werden muss, kostet ein Vielfaches an Arbeitszeit. Dazu kommen die Raumhöhe und nötige Gerüste sowie der Aufwand für Stuckprofile. Bei bewohnten Wohnungen schlägt außerdem das Abdecken und Schützen der Einrichtung zu Buche.

Budget und Reihenfolge realistisch planen

Ein Puffer von zehn bis zwanzig Prozent für Überraschungen ist im Bestand gut investiert, weil sich der tatsächliche Zustand einer Wand oft erst nach dem Öffnen zeigt. Sinnvoll ist außerdem, die Arbeiten in Etappen zu denken: zuerst alles, was mit Feuchtigkeit und Substanz zu tun hat, danach die Flächen, die das Wohngefühl prägen. Eine Besichtigung vor Ort bringt an dieser Stelle mehr Klarheit als jede Online-Kalkulation, da ein geübter Blick die kritischen Stellen schon beim Rundgang erkennt.

Ihren Altbau modernisieren mit Lamprecht in Braunschweig

Seit 1972 arbeiten wir an Wänden und Fassaden in Braunschweig und Umgebung, und ein großer Teil davon betrifft Bestandsgebäude.

Unsere Leistungen im Bestand

Wir übernehmen Maler- und Tapezierarbeiten samt Untergrundvorbereitung, dazu Lackierarbeiten an Holz und Metall, Bodenbeläge sowie Fassadenarbeiten und WDVS. Bei der Materialwahl arbeiten wir mit Systemen etablierter Hersteller und stimmen den Aufbau auf den vorhandenen Untergrund ab. Eine Übersicht aller Arbeiten finden Sie auf unserer Seite zu den Leistungen.

So erreichen Sie uns

Kontaktieren Sie uns gerne. Wir sehen uns Ihre Räume oder Ihre Fassade vor Ort an, sagen Ihnen offen, welche Vorarbeiten nötig sind, und erstellen auf Wunsch einen unverbindlichen Kostenvoranschlag. Alle Kontaktdaten finden Sie auf unserer Kontaktseite.